Was ist Selbsthilfe?

„Das Wesen der Selbsthilfe ist die wechselseitige Hilfe auf der Basis gleicher Betroffenheit. Selbsthilfe bedeutet, die eigenen Probleme und deren Lösungen selbst in die Hand zu nehmen und im Rahmen der eigenen Möglichkeiten aktiv zu werden.“ Sekis Berlin (KLICK)

In Selbsthilfegruppen sind Menschen organsiert, die ein gemeinsames Thema verbindet, die unter einer gleichen Erkrankung, Behinderung oder psychischen Konfliktsituation leiden. Ebenso können sich Angehörige von Betroffenen in Selbsthilfegruppen treffen. Inzwischen sind Gruppen und Organisationen erkrankter Menschen gefragte Partner der professionellen Versorgung im Gesundheitswesen und stellen eine wichtige ergänzende Leistung der institutionellen Versorgungsstruktur dar.

Deutschlandweit gibt es zahlreiche Selbsthilfe-Initiativen. Es gibt ein breites Spektrum an Gruppen zu fast allen Themen, wobei zwei Drittel der gesundheitsbezogenen Selbsthilfegruppen zugeordnet werden können.

Bürgerschaftliches Engagement, Ehrenamt, Freiwilligenarbeit, Selbsthilfe – es geht hier um das Engagement, das Bürgerinnen und Bürger in Vereinen, Verbänden, Stiftungen und Initiativen leisten. Viele Menschen setzen sich freiwillig für ihr Gemeinwesen ein und verwirklichen die Vision einer aktiven Bürgergesellschaft – auch in Selbsthilfegruppen!

Ein Engagement in einer Selbsthilfegruppe wirkt sich positiv auf die soziale Welt der Engagierten aus. Sich unter Gleichbetroffenen einzubringen, stärkt das Selbstbewusstsein und kann wichtige gesellschaftliche Veränderungen anstoßen.

Jeder Mensch verfügt über Strategien, ob bewusst oder unbewusst, um die Herausforderungen des Alltags trotz der eigenen Erkrankung, Behinderung oder seelischen Konfliktes lösen zu können. Selbsthilfegruppen helfen dabei, diese Strategien sichtbar zu machen, wodurch jeder einzelne auch zu einem Vorbild für den anderen werden kann. Selbsthilfegruppen setzen sich mit den alltäglichen Herausforderungen, Folgen und Fragen der eigenen Erkrankung oder der Erkrankung von Angehörigen auseinander. In Gesprächen über die eigene Situation bzw. der anderen Teilnehmenden, kann jedes Mitglied der Selbsthilfegruppe vertrauensvoll Anteil nehmen an den Sorgen der Gruppenteilnehmenden. Durch die regelmäßigen Treffen entgeht man damit nicht nur der eigenen Isolation, sondern unterstützt zudem das eigene Selbstvertrauen und zeigt Solidarität mit anderen. Zugleich fördern die gesammelten Erfahrungen die Betroffenenkompetenz und helfen beim Umgang mit dem Versorgungssystem oder dem Selbstmanagement.