Selbsthilfepreis 2021

In diesem Jahr wurde zum 10. Mal der Sächsische Selbsthilfepreis verliehen. Die Pressemitteilung vom 05.11.2021 der Ersatzkassen zum nachlesen:

 

Die Ersatzkassen (TK, BARMER, DAK-Gesundheit, KKH, hkk und HEK) haben heute in Dresden den Sächsischen Selbsthilfepreis 2021 vergeben. Die Auszeichnung würdigt das herausragende Engagement der gesundheitsbezogenen Selbsthilfearbeit in Sachsen und will innovative Konzepte und Projekte von Gruppen oder Einzelpersönlichkeiten fördern, die zum Nachahmen anregen. Der Preis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert, wurde in diesem Jahr zum zehnten Mal verliehen sowie erstmals in Form eines Youtube-Livestreams übertragen.

„Was die Selbsthilfe – speziell unter den besonderen Pandemie-Umständen – leistet, ist großartig“, betont Silke Heinke, Leiterin der Landesvertretung Sachsen des Verbandes der Ersatzkassen e.V. (vdek) bei der Preisvergabe. „Selbsthilfegruppen bieten Betroffenen gerade in schwierigen Situationen Rat und Unterstützung. Mit hohem persönlichen Einsatz und guten Ideen zeigen die Ehrenamtlichen sowohl chronisch Kranken als auch deren Angehörigen immer wieder Wege auf, um die Herausforderungen des Alltags zu bewältigen.“

1. bis 3. Preis

Den ersten Preis, der mit 3.000 Euro verbunden ist, erhielt die Selbsthilfegruppe „Aktiv gegen Depression“ aus Auerbach im Vogtland. Die Gruppe zeichnet sich vor allem durch viele gemeinsame Projekte aus, die einen offenen Umgang mit der Erkrankung Depression in den Vordergrund stellen. Mit dem neuen „Aktivtreff im Herzen von Auerbach“, welchen die Selbsthilfegruppe in Eigenregie organisiert und eingerichtet hat, bietet die Gruppe Mitgliedern, aber auch allen Interessierten die Möglichkeit, sich nach Lust und Bedarf zu gemeinsamen Aktivitäten zu treffen.

Die Regionalgruppe Südost des Achalasie-Selbsthilfe e.V. (Leipzig) bekam den zweiten Preis zugesprochen. Er ist mit 2.000 Euro dotiert. Die Selbsthilfegruppe setzt sich dafür ein, die seltene Speiseröhren-Erkrankung Achalasie besser bekannt zu machen, Kontakte zu Ärzten zu knüpfen, um auch dort die Sensibilität für die Erkrankung zu erhöhen, und natürlich den Betroffenen mit Rat zur Seite zu stehen.

Mit dem dritten Preis und 1.000 Euro wurde die Selbsthilfegruppe Frauenselbsthilfe Krebs Gruppe Großenhain geehrt. Seit fast 30 Jahren leistet die Gruppe als Gemeinschaft von tumorkranken Menschen und ihren Angehörigen unter dem Motto „Auffangen – Informieren – Begleiten“ Hilfe zur Selbsthilfe – von Betroffenen für Betroffene.

Sonderpreis

Der Sonderpreis zusammen mit einem Preisgeld von 3.000 Euro ging an den Dresdner Dr. med. Thomas Brockow mit seinem Projekt „Wunderblock III: Thomas“. In diesem experimentellen Theaterstück steht er als Stotterer allein auf der Bühne, nur begleitet von Musik. Dr. Brockow ist außerdem Ansprechpartner für Sachsen des LV-Ost „Stottern und Selbsthilfe“, bietet die gleichnamige Sprechstunde in der Kontakt- und Informationsstelle Selbsthilfe Dresden an und engagiert sich insbesondere in der Öffentlichkeitsarbeit rund um das Thema der Sprechbehinderung.

Anerkennungspreise

Daneben wurden vier Anerkennungspreise in Höhe von je 400 Euro vergeben. Ausgezeichnet wurden:

  • der Runde Tisch der Selbsthilfe am Universitären Krebszentrum Leipzig (UCCL), welcher durch regelmäßige Treffen die Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch zwischen den Selbsthilfegruppen unterstützt;
  • Björn Tittmann, Leiter der Selbsthilfegruppe Epilepsie in Annaberg-Buchholz sowie Landesbeauftragter für Sachsen - er organisiert viele Veranstaltungen rund um das Thema Epilepsie im Erzgebirgskreis, besonders am Herzen liegt ihm die Arbeit mit Angehörigen von Betroffenen mit Epilepsie;
  • Karin Noack aus Bautzen, Leiterin von drei Selbsthilfegruppen (Angst und Panik, Soziale Phobie, Borderline), ist seit 1998 ehrenamtlich als Betroffene in Selbsthilfegruppen mit psychischen Erkrankungen engagiert und Ansprechpartnerin für Betroffene wie Angehörige;
  • die Selbsthilfegruppe für Betroffene und Angehörige von Heredo-Ataxien und der Huntingtonkrankheit (Dresden und Umgebung) mit ihrem Projekt „Mehrtägiges Gesundheitsseminar ohne Barrieren“ – dort ermöglichen Workshops, Gesprächsrunden und gemeinsame Freizeitaktivitäten einmal im Jahr einen intensiven Erfahrungsaustausch sowie ein Stück mehr Lebensqualität im oft beschwerlichen Alltag.

Eine Jury aus Vertretern des Gesundheitswesens, der Politik und des Verbraucherschutzes hatte die Preisträger ausgewählt. Seit 2012 wurden bereits 77 Selbsthilfegruppen und Einzelpersönlichkeiten mit dem Sächsischen Selbsthilfepreis der Ersatzkassen geehrt.

 

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